Zusammenfassung der MANEO-Umfrage

auf der Presskonferenz der MANEO-Werkstatt
am Samstag, dem 12.05.2007, 12.00 Uhr,
Rathaus Schöneberg, Berlin

Berlin, den 12.Mai 2007

vorgetragen von Bastian Finke, Projektleiter MANEO

Die Ergebnisse der Umfrage sind schlecht ausgefallen. Nach den Studien von Michael Bochow und den bei MANEO gemeldeten homophoben Vorfällen gingen wir bisher von einem Dunkelfeld von 80 Prozent aus. Die Umfrage belehrt uns nun eines Schlechteren: Nach den vorliegenden Eregbnissen unserer Umfrage, an der sich fast 24.000 Personen beteiligt hatten, werden 90 Prozent der Taten bei der Polizei nicht angezeigt.

Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) gab an, in den letzten zwölf Monaten Gewalterfahrung gemacht zu haben. Erschreckender als diese reine Anzahl von Delikten ist aber die Tatsache, dass von den jungen Schwulen und bisexuellen Männern (unter 18 Jahren) fast zwei Drittel (63 Prozent) innerhalb des letzten Jahres Gewalt erfahren haben. Dazu kommt noch der Umstand, dass jüngere Schwule tendenziell weniger Gewalttaten anzeigen. Oder um es direkter zu formulieren: Man kann als junger Schwuler in Deutschland offenbar nicht in Ruhe aufwachsen - und die Betroffenen bagatellisieren die Taten.

Beispiel: In der Umfrage wurde abgefragt, ob körperliche Gewalt bei der Tat im Spiel war, was dann 92% der Befragen verneinten. Von ihnen erklärten aber immer wieder auch Betroffene: „Ich habe zwar ein blaues Auge, aber es war Gott sei Dank nicht so schlimm.“ Neben dieser Form der Bagatellisierung spielt ein weiterer Umstand eine Rolle, warum es hier zu Fehleinschätzungen kommt.

Es ist selbst für Experten in strafrechtlichen Fragen nicht einfach, einen Tatbestand einer Gewalttat eindeutig einer bestimmten juristisch relevanten Gewaltform zuzuordnen. Der juristische Unterschied beispielsweise zwischen einer Bedrohung, einer Belästigung oder Beleidigung ist erst recht für den Laien kaum nachvollziehbar.

In der Umfrage wurde gefragt, wer von den Betroffenen als Täter identifiziert werden konnte.
In 40 Prozent der Fälle haben die Betroffenen einen Einzeltäter identifiziert. Homophobe Gewalt wird danach überwiegend aus Gruppen heraus begangen (mehr als 60% Prozent). Dabei handelte es sich überwiegend um männliche Täter (87 Prozent), in 3 Prozent der Fälle waren es Frauen, in etwa 6 Prozent waren es Täter beiderlei Geschlechts. Das geschätzte Alter der Täter lag in 20 Prozent der Fälle zwischen 14 und 17 Jahren, in 54 Prozent der Fälle zwischen 18 und 24 und wurde bei 28 Prozent von den Betroffen zwischen 25 und 35 angegeben (Mehrfachnennungen bei Gruppentäterschaft möglich).

Um die Tätergruppen stärker einzugrenzen, wurden die Befragten gebeten, eine weitergehende Differenzierung vorzunehmen. Unter vorgegebenen Antworten wurde am häufigsten (49 Prozent) die Kategorie „nicht weiter auffällig“ angekreuzt. Weitere Nennungen waren „rechtsradikale Deutsche“ (7 Prozent) und „Fußballhooligans“ (2 Prozent). In einem offenen Feld haben dann 16 Prozent als Täter Personen „nichtdeutsche Herkunft“ vermerkt.

Viele haben bisher die Augen vor einer bestimmten Tätergruppe verschlossen. Ohne, dass wir danach gefragt haben, haben uns 16 Prozent von Tätern nichtdeutscher Herkunft berichtet. Hätten wir nach dieser Tätergruppe gefragt, hätten wir noch mehr Nennungen gehabt. Das Thema „Migranten als Täter“ ist angstbesetzt. Niemand will sich gemein machen mit der von Unverbesserlichen verbreiteten Parole „die Ausländer sind schuld“.

Aber man muss in diesem Zusammenhang feststellen, dass nicht die Schwulen, die die Rückmeldung „nichtdeutscher Täter“ gegeben haben, das Problem sind oder diejenigen, die diese Studie initiiert haben. Sondern die Täter, die Schwule zu Opfern machen, und die wiederum vermehrt mit Wut und Unverständnis reagieren. Das liberale Nebeneinander – hier die Schwulen, da die Migranten – ist mittlerweile Geschichte.

Lassen Sie mich deutlich sagen: Der Respekt vor der Würde des Menschen ist nicht verhandelbar. Wir wollen hier mit allen in Frieden leben, egal welcher Herkunft. Wer aber die Würde von Homosexuellen nicht anerkennt, der stellt sich selbst ins Abseits. Er steht damit außerhalb des Grundgesetzes und unserer Gesellschaft. Und damit ist klar: Dieses Verhalten muss sich ändern oder mit der vollen Härte des Gesetzes sanktioniert werden.

Wir erwarten von der Polizei und von der Justiz, den Rechtsfrieden auch für Homosexuelle zu schützen.
Die Studie zeigt, dass über 50 Prozent der Täter nicht ermittelt werden. Einerseits, weil die Betroffenen keine Anzeige erstatten – zur Erinnerung: das Dunkelfeld liegt bei 90 Prozent! Die Opfer berichten aber auch, dass sie sich mit ihren Anzeigen insbesondere bei Beleidigungen und Belästigungen (65 Prozent der Fälle) nicht ernst genommen fühlen. Bei den Betroffenen herrscht die Grundannahme, dass die Polizei diese Fälle bagatellisieren würde.Im Endeffekt führt das schlechte Image der Polizei bei den Betroffenen also dazu, dass die Polizei kaum Kenntnis von homophoben Gewalttaten nimmt.

Und weil die Polizei die Problemlage nicht erkennen kann, sorgt sie durch ihre Untätigkeit dafür, dass rechstsfreie Räume entstehen. Und das verbale Gewalt als harmlose „Jugendkultur“ salonfähig wird. Dort, wo es bei der Polizei Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweise als feste Stellen gibt –Berlin ist hier bisher eine herausragende Ausnahme - sieht es deutlich besser aus. Daran müssen sich die anderen Bundesländer ein Beispiel nehmen.

Und es muss betont werden: Es darf nicht bei der privaten Initiative einiger Polizeibeamten in den anderen Bundesländern bleiben. Wir wollen im nächsten Jahr feste Ansprechpartner der Polizei aus allen Bundesländern bei der nächsten MANEO-Werkstatt begrüßen können - und wir bieten ihnen unser Knowhow an.

Auch wenn Berlin vorbildlich erscheint, es hat 16 Jahre gedauert, eine derartige Veranstaltung wie die MANEO-Werkstatt zu organisieren, dank finanzieller Zuwendungen außerhalb der finanziellen Förderung von MANEO. Und das Problem „Homophobe Gewalt“ ist in dieser Zeit leider nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Die große Mehrheit der von Gewalt Betroffenen ist auf scheinbar sicherem Terrain Opfer geworden. Die Befragung zeigt zudem: Aber auch Verstecken hilft nicht. Wer sich in der Abgeschiedenheit abgeschlossener Räume z.B. den schwulen Viertel der Großstädte oder der scheinbaren Anonymität des Internets in Sicherheit wiegt, der kann sich dadurch nicht dem Risiko entziehen, sich als Schwuler doch eine blutige Nase zu holen.

Lesben und Schwule müssen selbst das Problem in die Hand nehmen – als Bürger in ehrenamtlichen Strukturen – und sie verdienen dafür die Unterstützung aller Gutwilligen. Diese Arbeit – selbst ehrenamtliche Arbeit – kostet jedoch Geld. Dazu gehört unbedingt die schulische Bildungs- und Aufklärungsarbeit auf der einen Seite, aber auch die Anti-Gewalt-Arbeit, wozu die Zusammenarbeit mit der Polizei und die Opferhilfe-Arbeit zählen. Hier liegt die Verantwortung beim Staat. Er muss die Würde des Menschen schützen und darf sich nicht davonstehlen.

Politischen Sandkastenspiele und Alibi-Projekte nach dem Gießkannenprinzip nützen den Opfern homophober Gewalt nichts. Ebensowenig Lippenbekenntnisse. Neue Gesetze wie das ADG oder die eingetragene Lebenspartnerschaft machen eine Gesellschaft nicht automatisch toleranter. Ohne Aufmerksamkeit, eine unmissverständliche Haltung gegen homophobe Gewalt und einen öffentlichen Konsens über die Verwerflichkeit dieser Delikte bleibt alles beim alten.

Verantwortungsbewusst handeln bedeutet für zukünftige Generationen zu handeln. Wenn in unserer Umfrage von den unter 18jährigen fast zwei Drittel von Gewalterfahrungen berichten, so ist das eine schwere Hypothek für ihre persönliche Entwicklung – aber auch für die gesamte Gesellschaft.

Die von den Opfern und uns als Opferhilfe wahrgenommene Bagatellisierung der Gewalt führt zu einer untragbaren Beeinträchtigung der Lebensqualität und zu nicht unerheblichen Kosten für die Gesellschaft – sei es die akute medizinische Hilfe oder Erwerbsminderung durch die Folgen schwerer traumatischer Erfahrungen.

Wir können vor den absehbaren Folgen nur eindringlich warnen, die sich gerade auch mit den Ergebnissen der Befragung für die Gesellschaft zeigen. Wir fordern die Politik auf, sich dieser Problematik ernsthaft zu stellen. Wir haben das Gefühl, dass das Problem parteiübergreifend ernst genommen wird und dass Konsens darüber herrscht, dass das Thema nicht wieder in der Versenkung verschwindet.

In diesem Zusammenhang danken wir vor allem der Stadt Berlin, dem Regierenden Bürgermeister, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, dem Berliner Innensenator und besonders der Berliner Polizei für die bisherige politische Unterstützung unserer Veranstaltung, sowie allen, die uns mit Grußworten unterstützt haben und Interesse an unserer Arbeit und dem Thema signalisiert haben.

Jetzt müssen aber den Worten auch Taten folgen.“

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MANEO Umfrage Dezember 06 -Januar 07

Beteiligung: fast 24.000 Personen

Dunkelfeld:
90 Prozent der Taten werden bei der Polizei nicht angezeigt

Gewalterfahrung in den letzten zwölf Monaten:
mehr als jeder Dritte (35 %)
bei den unter 18 Jährigen (63 %)

Täter:
In 40 % der Fälle: Einzeltäter
In mehr als 60%: Tätergruppen

Geschlecht der Täter:
männliche Täter : 87 %
Frauen: 3 %
Täter beiderlei Geschlechts: etwa 6 %

Das geschätzte Alter der Täter:
20 % zwischen 14 und 17 Jahren
54 % zwischen 18 und 24 Jahren
28 % zwischen 25 und 35 Jahren
(Mehrfachnennungen bei Gruppentäterschaft möglich).

Die Tätergruppen-Einschätzungen:
„nicht weiter auffällig“: 49 %
„rechtsradikale Deutsche“:7 %
„Fußballhooligans“:2 %
In einem offenen Feld haben 16 % als Täter Personen „nichtdeutsche Herkunft“ vermerkt.

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MANEO-Umfrage ein voller Erfolg

Berlin, den 13.02.2007

Über 23.000 Personen aus ganz Deutschland haben an der großen MANEO-Umfrage teilgenommen. Damit ist die wissenschaftlich begleitete Studie zu Gewalterfahrungen von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern die bislang erfolgreichste ihrer Art in der Bundesrepublik.

Senatorin Dr. Knake-Werner zeigte sich beeindruckt, nachdem erste Teilnehmerzahlen der beispiellosen empirischen Studie bekannt gegeben wurden.

„Eine vergleichbare Studie zu diesem Thema hat es in Deutschland in dieser Größenordnung noch nicht gegeben“, resümiert MANEO-Projektleiter Bastian Finke. Die beispiellose Resonanz auf die Umfrage ist nicht zuletzt auf die tatkräftige Unterstützung zahlreicher Organisationen, Verbände und Onlineportale zurückzuführen, die im Zeitraum der Befragung vom 1. Dezember 2006 bis 31. Januar 2007 zur Teilnahme mit aufgerufen hatten. Und es ist nicht zuletzt auch das große Interesse innerhalb der Szenen an diesem Thema gewesen, das diese enorme Resonanz an der Umfrage hervorgerufen hat.

Im Rahmen der Pressekonferenz vom vergangenen Freitag, auf der die im Berlinale-Panorama platzierten MANEO-Socialspots der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, überraschte Finke mit diesen Informationen die Teilnehmer der Veranstaltung und Vertreter der Presse. Demnach beteiligten sich über 23.000 Personen, davon etwa 2.800 aus Berlin, an der bundesweit bislang einmaligen Studie.

Die Ergebnisse werden es erstmals ermöglichen, verlässlichere Aussagen über den Graubereich antischwuler Gewalt zu treffen. Denn es geht auch darum, endlich mehr Licht in dieses Dunkelfeld zu bringen.

Die Studie ist ein wichtiger Baustein der MANEO-Toleranzkampagne, die auch von der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Soziales, Frau Dr. Heidi Knake-Werner, aufmerksam verfolgt wird. Projektleiter Bastian Finke, der bereits mit seinem Wissenschaftsteam (Dr. Michael Bochow, Prof. Dr. Martina Stallmann und Dr. Bodo Lippl,) für 2008 eine Wiederholung der Umfrage plant, möchte mit der Studie das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO als Institution empfehlen, „die bemüht ist, weitere wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet voranzubringen“, um daraus konkrete Maßnahmen für die Präventionsarbeit ableiten zu können.

Während jetzt die Umfrage ausgewertet wird, sollen erste Ergebnisse der Studie im Rahmen der MANEO-Werkstatt 2007 vorgestellt werden, die sich am 12. Mai in Berlin der Öffentlichkeit präsentieren wird.


Projektleitung:
Bastian Finke
Mail:bastian.finke[at]maneo.de
Tel.: +49 (0)30 21 75 32 13

Pressekontakt:
Jens Brodzinski
MANEO-Toleranzkampagne
Mail: jens.brodzinski-tk[at]maneo.de

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Endspurt für die MANEO-Umfrage

Berlin, den 17.01.2007

Die große MANEO-Studie zu Gewalterfahrungen von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern geht in die finale Phase: Noch bis 31. Januar ist der Fragebogen online ausfüllbar oder kann bei MANEO abgegeben werden.

Kurz vor dem Abschluss der wissenschaftlich begleiteten Umfrage verstärkt MANEO noch einmal seine Öffentlichkeitspräsenz, um möglichst viele Teilnehmer für das bundesweit einzigartige Projekt zu gewinnen. Mit großformatigen Plakaten soll in den letzten zwei Wochen noch einmal auf die bereits von zahlreichen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Gay Community begrüßte Online-Studie hingewiesen werden.

„Je mehr sich beteiligen, desto informativer werden die Ergebnisse sein“, so MANEO-Projektleiter Bastian Finke, der als Soziologe auch zum Wissenschaftsteam der bislang beispiellosen Studie gehört und damit „mehr Licht in den Graubereich antischwuler Gewalt“ bringen möchte.

Besondere Anerkennung gilt dabei auch den zahlreichen Unterstützern der MANEO-Umfrage, die dem wohl ambitioniertesten Baustein der MANEO- Toleranzkampagne seit seinem Start am 1. Dezember 2006 tatkräftig unter die Arme gegriffen haben. So informierten die in der deutschen Community meist frequentierten Internet-Portale wie zum Beispiel gay-web.de, gaychat.de, gayroyal.com, homo.net, queerwelt.de, eurogay.de oder dbna.de ihre User via Newsletter oder Bannerwerbung über die Bedeutung der MANEO-Studie und riefen zur Teilnahme auf.

Alexander Schwab, Geschäftsführer der von allein 50.000 Usern genutzten Portale gay.de und gayforum.com, findet deutliche Worte: „Schluss mit Gewalt, wer immer nur wegsieht, kann nichts verändern! Wir alle vom gesamten Team schauen hin, wollen etwas bewegen – deshalb unterstützen wir das Projekt. Denn: Gewalt gegen Schwule ist auch heute noch ein hoch aktuelles Thema und wir wollen helfen, dass das nicht so bleibt.“ Auch gayromeo.com wird in den letzten Tagen vor Abschluss der Umfrage auf seiner Startseite die User noch einmal auf die MANEO-Online-Studie hinweisen und für eine Teilnahme werben.


MANEO ist hoch erfreut, für seine Online-Studie eine derart breite Front von Unterstützern mobilisiert haben zu können. Die enorme Resonanz aus sämtlichen Bereichen der Gesellschaft zeigt einmal mehr die Bedeutung der Thematik und die Wichtigkeit einer solchen empirischen Erhebung. Neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und dem Polizeipräsidenten von Berlin, Dieter Glietsch, die beide die MANEO-Toleranzkampagne seit Beginn maßgeblich unterstützen, bekundete jüngst auch das Bundesjustizministerium sein Interesse an der Studie.

Projektleiter Bastian Finke, der bereits mit seinem Wissenschaftsteam (Dr. Bodo Lippl, Dr. Michael Bochow, Dr. Martina Stallmann) für 2008 eine Wiederholung der Umfrage plant, möchte mit der Studie das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO als Institution empfehlen, „die bemüht ist, weitere wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet voranzubringen.“ Es gilt, Licht ins Dunkelfeld antischwuler Gewalt zu bringen, um daraus konkrete Maßnahmen für die Präventionsarbeit ableiten zu können.


Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gern telefonisch oder per Email zur Verfügung.

Projektleitung:
Bastian Finke
Mail: bastian.finke@maneo.de
Tel.: +49 (0)30 21 75 32 13

Pressekontakt:
Jens Brodzinski
Mail: jens.brodzinski-tk@maneo.de

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Hier zur MANEO Online-Umfrage

Hier kannst Du unkompliziert und anonym an unserer Umfrage zu Gewalterfahrungen von Schwulen teilnehmen.
Zur MANEO Online Umfrage

Selbstverständlich kann Du Dir den Fragebogen auch ausdrucken um ihn in aller Ruhe handschriftlich auszufüllen. Hier der Fragebogen als Pdf

Unsere Postanschrift steht auf dem Fragebogen oder Du bringst den Fragebogen einfach bei Mann-O-Meter e.V. vorbei.

Vielen Dank für Deine Unterstützung!


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Ziele der großen MANEO-Umfrage

MANEO hat Anfang 2005 beschlossen, im Rahmen der beantragten MANEO-Toleranzkampagne bei der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB) eine Umfrage zu Gewalterfahrungen unter schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern durchzuführen. Seit vielen Jahren erfasst MANEO schwulenfeindliche Gewalttaten mit einem Erfassungsbogen. Dieser wurde im Laufe der letzten 16 Jahre kontinuierlich weiter entwickelt und verbessert.

Seit 2005 befindet sich unser Erfassungsbogen auch als Online-Meldebogen auf unserer Homepage www.maneo.de. Er kann von betroffenen Personen ausgefüllt werden, um uns eine Gewalttat zu melden. Der für die MANEO-Umfrage entwickelte Fragebogen basiert auf unseren bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen bei der Erfassung und Auswertung von Gewaltmeldungen.

Mit Bewilligung unserer MANEO-Toleranzkampagne wurden unsere Vorbereitungen intensiviert, die für Ende 2006 geplante eine Umfrage durchzuführen. Mit der Umfrage verfolgen wir zum einen das Ziel, uns einen deutlicheren Überblick über das Ausmaß homophober Gewalt in Berlin zu verschaffen. Eine vergleichbare Befragung hat es in der Vergangenheit in Berlin nicht gegeben. Vor allem sind für uns Informationen über Vorfälle interessant, die sich in den letzten 12 Monaten ereignet haben.

Das Dunkelfeld homophober Gewalt wird gesamtgesellschaftlich auf 80-90% geschätzt. Das Gros, so wird vermutet, geht dabei eher auf das Konto sogenannter „Bagatelldelikte“. Dr. Michael Bochow hat in mehreren Umfragen, die er 1993, 1996 und 1999 im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) unter schwulen und bisexuellen Männern hinsichtlich ihres präventiven Verhalten bezogen auf HIV und AIDS durchgeführt hatte, unter den jeweils etwa 2.000 Befragten eine jährliche Viktimisierungsrate von etwa 3% bezüglich schwulenfeindlicher, körperlicher Gewalt ermittelt. Werden Beschimpfungen und Beleidigungen dazugenommen, ergibt sich eine jährliche Viktimisierungsrate von etwa 15 Prozent. Die angegebenen Prozentzahlen werden vom Autor in seinen Untersuchungen als hoch angesehen. Es gilt, diese Angeben zu überprüfen.

Mit der MANEO-Umfrage empfehlen wir uns gleichsam als Anti-Gewalt-Projekt, dass Fälle schwulenfeindlicher Gewalt erfasst.

Der Fragebogen wird gegen Ende November 2006 den schwulen Printmedien „Siegessäule“, „Sergej“ und „Du & Ich“ als Doppelseite begelegt. Insgesamt 125.000 Exemplare des Fragebogens wurden hierfür gedruckt. Interessierte, die sich an der Umfrage beteiligen, erhalten darüber Gelegenheit, Fragebogen handschriftlich auszufüllen und diese anonym an MANEO abzuschicken oder persönlich während der Öffnungszeiten von Mann-O-Meter abzugeben.

Der Fragebogen wird außerdem als Online-Fragebogen veröffentlicht. Über unsere Homepage erhält der Interessierte Zugriff auf den Fragebogen, der mit einer Datenbank verknüpft ist. Die Online-Umfrage wird von verschiedenen schwulen Internet-Protalen beworben und unterstützt. Pressearbeit wird zusätzlich die Umfrage begleiten und bewerben.

Die Umfrage beginnt am 1.12.06 und ist nach zwei Monaten, d.h. am 31.01.07, beendet. Erste Ergebnisse der Umfrage werden im Rahmen der „MANEO-Werkstatt 2“ am 11. und 12.05.07 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ergebnisse der MANEO-Umfrage werden die inhaltlichen Diskussionen unserer kommenden MANEO-Werkstatt unterstützen. Die Konferenz wird unter der Überschrift „Meldung – Bewertung – Prävention“ stehen und die Polizei in unsere Diskussion mit einbeziehen. Die vollständige Auswertung soll spätestens Mai/Juni abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden sowohl als Druckwerk als auch auf unserer MANEO-Homepage veröffentlicht.

Für die wissenschaftliche Begleitung der Umfrage hat MANEO-Projektleiter Bastian Finke, selbst Soziologe, einen Arbeitskreis aus erfahrenden Sozialwissenschaftlern und Soziologen zusammengestellt. In dem Arbeitskreis sind vertreten: Dr. Michael Bochow (Soziologe), Dr. Bodo Lippl (Soziologe), Sozialwissenschaftler am Institut für Sozialfwissenschaften der Humboldt Universität Berlin und Dr. Martina Stallmann, Soziologin und Dozentin für Methodenlehre an der Evangelischen Fachhochschule Berlin. Für eine weitere Beratung wurden zusätzliche Kontakte zu wissenschaftlichen Mitarbeitern des BKA in Wiesbaden, hier zu Dr. Michael Baurmann, und zu Lehrkräften an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR) in Berlin hergestellt, hier über Prof. Dr. Claudius Ohder.

Es wurde abgeklärt, dass Studenten der Evangelischen Fachhochschule Berlin und der Humboldt Universität, begleitet von der Steuerungsgruppe, die Auswertung des Fragebogens vornehmen werden.

Ein Grafiker wurde mit dem Layout des Fragebogens sowie mit der technischen Abwicklung des Drucks und der Beilegung in den vorgesehenen Zeitschriften beauftragt. Ein Informatiker und eine Mediendesignerin wurden mit der technischen Umsetzung und Abwicklung des Online-Fragebogens beauftragt. Die terminierte Fertigstellung des Fragebogen ist für Anfang November sichergestellt. Die Online-Befragung wir ab 1. Dezember durchgeführt werden können.


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Erstmalig in der Bundesrepublik werden wir mit unserer breit angelegten anonymen Studie empirische Daten zu Gewalterfahrungen von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern erheben. Die in ihrer Größe einmalige Studie soll unserem Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO ermöglichen, erstmals verlässliche Aussagen über den Graubereich schwulenfeindlicher Gewalt zu treffen. Mit dieser Umfrage empfehlen wir uns als ein Projekt das bemüht ist, wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet voranzubringen. Seit Jahren bemühe ich mich darum, Förderung für ein solches Vorhaben zu bekommen.

Erst die MANEO-Toleranzkampagne, die aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert wird, macht es möglich, diesem Ziel näher zu kommen. Ich habe Fachkollegen gewonnen, die mir bei der Umsetzung der Umfrage zur Seite stehen. Es sind Dr. Michael Bochow, Soziologe, Dr. Bodo Lippl, Soziologe, Dozent am Institut für Sozialfwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin und Dr. Martina Stallmann, Soziologin, Dozentin für Methodenlehre an der Evangelischen Fachhochschule Berlin. Für ihre tatkräftige Unterstützung möchte ich mich vielmals bedanken.


Bastian Finke, Soziologe, MANEO-Projektleiter


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Schwule Lebensentwürfe werden von Teilen der Gesellschaft oftmals nicht als Bereicherung empfunden, sondern rundherum abgelehnt. Diese Ablehnung begegnet vielen Schwulen auch in einer sonst tolerant geltenden Stadt wie Berlin. Sie äußerst sich in vielen Formen bis hin zu offener Gewalt. MANEO ist eine wichtige Anlaufstelle für Opfer antischwuler Gewalt und zur Aufklärung, damit solche Vorfälle nicht verschwiegen, sondern bekannt werden, nicht vergessen, sondern bewältigt werden, und Opfer nicht allein gelassen, sondern unterstützt werden. MANEO hilft, die Welt ein bißchen besser zu machen.

Mit der Befragung schwuler und bisexueller Männer in Berlin sollen erstmals wichtige Kenntnisse über Verbreitung und Ausmaß erlebter antischwuler Gewalt und deren Wahrnehmung in der schwulen Szene gewonnen werden. Eine Aufklärung in diese Richtung trägt dazu bei, Berlin toleranter zu machen.


Dr. Bodo Lippl, Sozialwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin

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Ich verfolge bereits seit vielen Jahren die Arbeit von MANEO und schätze deren Anti-Gewalt-Arbeit und Einsatz für die schwulen Community in Berlin und Deutschland.

Ich wünsche MANEO einen großen Erfolg mit dieser wichtigen Befragung und hoffe, dass sich möglichst viele daran beteiligen werden. Dies ist besonders wichtig, da unsere Kenntnisse über das Ausmaß schwulenfeindlicher Gewalt in Berlin und Deutschland nach wie vor begrenzt sind. Die Ergebnisse der Befragung werden nicht nur MANEO bei seiner zukünftigen Arbeit helfen, sondern auch Erkenntnisse für andere Anti-Gewalt-Projekte in Deutschland schaffen. Belastbare Ergebnisse würden auch Vergleiche mit europäischen und nordamerikanischen Untersuchungen ermöglichen und eine europäische Vernetzung fördern.


Dr. Michael Bochow, Soziologe, Berlin

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MANEO leistet unverzichtbare Arbeit - keine Frage! - und das soll immer wieder neu gesagt und wiederholt werden. Es ist die Verbindung von professioneller und ehrenamtlicher Arbeit, die Zusammenführung von individueller Opferhilfe und Öffentlichkeitsarbeit, die Initiierung von Gewaltprävention und Toleranzkampagnen und der Ansatz, Gewalterfahrungen sorgfältig zu dokumentieren, um sie von der individuellen Betroffenheit ins öffentliche Bewusstsein zu transportieren; all das (und noch viel mehr!) macht das Besondere von MANEO aus.

Ich möchte mich an dieser Stelle zur Gewaltumfrage, die MANEO Ende 2006 startet, äußern: Die Dunkelziffer gerade im Bereich Gewalt ist groß, zumal die subjektiven Bewertungen von Gewalterleben unterschiedlich sind. Darüber hinaus können Schuld- und Schamgefühle oder das Trauma, hilflos einer Gewalttat ausgesetzt gewesen zu sein, die Offenlegung einer Gewalttat verhindern oder zu Bagatellisierungen führen.

Das macht eine genaue statistische Erfassung so schwer und öffnet unbelegten Vermutungen und Meinungen Tür und Tor. Mit der MANEO-Umfrage wird nun der Versuch gestartet, eine empirisch fundierte Basis für eine statistische Schätzung zu erhalten. Dazu erfolgt im Fragebogen genaue Beschreibung der Gewalttat und ihres Herganges; diese lehnt sich an die bisherige Erfassung von MANEO an.

Um die Ergebnisse auf eine breite Datenbasis zu stellen, sollen viele schwule und bisexuelle Jugendliche und Männer mit dem Fragebogen erreicht werden. Dies erfolgt über die Verbreitung des Fragebogens als Zeitschriftenbeilage sowie über Email-Netzwerke und dem Verweis auf die Online-Version des Fragebogens im Internet. Des weiteren wird die Befragung von einer Pressekampagne begeleitet.

Die sorgfältige Anlage und Konzeption der Befragung, für die im Jahr 2008 zur Absicherung der Ergebnisse eine Wiederholungsbefragung vorgesehen ist, lassen einen sehr optimistischen Blick auf das Ende der Befragung Ende Januar 2007 und die dann vorliegende Aussagekraft der Daten zu.



Dr. Martina Stallmann
Professorin im Bereich Empirie/Statistik an der Evangelischen Fachhochschule Berlin

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Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet seit dem 18. August 2006 eine zivilrechtliche Diskriminierung wegen der sexuellen Identität. Homosexuelle Lebensentwürfe werden jetzt auch im Privatrecht geschützt. Dem umfassenden Schutz aller Menschen vor Diskriminierungen sind wir mit dem AGG ein großes Stück näher gekommen. Doch Homosexuelle erleiden im Alltag nicht nur Diskriminierungen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Oftmals kommt es auch zu Gewalt - insbesondere gegen schwule und bisexuelle Jugendliche und Männer. Die MANEO-Online-Umfrage will Licht in dieses Dunkelfeld bringen. Deshalb unterstütze ich die Online-Umfrage unter www.maneo-toleranzkampagne.de.

Brigitte Zypries, Bundesjustizministerin, Berlin

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Berlin ist eine weltoffene und tolerante Stadt, doch auch hier, in der Metropole, sind Vortuteile, Aggressionen und Gewalt spürbar. Schwule Männer sind auch in unserer Stadt damit konfrontiert. Das Coming-out gegenüber der Familie und den Freunden hat schwule Männer, trotz aller Offenheit, auch Ablehnung und Ausgrenzung spüren lassen. Wenn sie dann auch noch Aggressionen, ja, Übergriffen ausgesetzt sind, ist es an der Zeit den gesellschaftlichen Prozess der Achtung und Toleranz stärker zu fördern. Mit der MANEO-Toleranzkampagne wird ein weiterer Schritt zu einer Gesellschaft beschritten, die die sexuelle Identität achtet und Aggression und Gewalt gegen gleichgeschlechtliche Lebensweisen ächtet. Dies tut Not.

Klaus Lederer, Vorsitzender der Linkpartei/PDS Berlin

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"Du Sau, ich mach dich fertig!" - solche Sätze wollen wir nur bei der SM-Session hören und nicht auf der Straße. Es ist wichtig zu zeigen, dass die Wirklichkeit von der "Schönen schwulen Welt" noch ein ganzes Stück entfernt liegt, deshalb sollten alle Opfer von schwulenfeindlicher Gewalt den MANEO-Fragebogen ausfüllen.

Joachim Bartholomae, Verleger, Männerschwarm Verlag, Hamburg

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Anfang der 90er Jahre wurde ich im Tiergarten zusammen mit einem Freund gewalttätig angegriffen. Damals gab es noch kein Überfallprojekt und so gingen wir zur Polizei am Bahnhof Zoo und meldeten einen anti-schwulen Überfall. Der Wachhabende erklärte uns, dass er keinen anti-schwulen Zusammenhang sehen könne und wer nachts im Tiergarten Spazieren geht selbst Schuld sei. Somit kann ich sagen, gut dass die Arbeit von MANEO ein Bewusstsein bei den zuständigen Stellen geschaffen hat.

Olaf Alp, Gründer und Herausgeber von sergej Berlin

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Im Rahmen der Langzeituntersuchung zu "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in der Universität Bielefeld ist ein Element des Syndroms auch die Homosexuellen- Abwertung, -Diskriminierung und Gewalt. Es ist ein lange vernachlässigtes Thema, ebenso wie andere Opfergruppen von feindseligen Mentalitäten zu wenig Aufmerksamkeit erfahren. Daher sind solche Initiativen wie die MANEO-Umfrage zu begrüßen und regen hoffentlich zu einer breiteren öffentlichen Debatte an.


Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung Universität Bielefeld, im Dezember 2006


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Dass ich diese Umfrage für wichtig und Eure Aktivitäten gegen schwule Gewalt für absolut notwendig halte, steht außer Frage. Während meiner Beratungstätigkeit hatte ich immer wieder mit jungen schwulen Männern zu tun, die nach gewalttätigen Angriffen schwer traumatisiert waren. Und ich ärgere mich bis heute darüber, dass die antischwule Gewalt weder in der allgemeinen noch in der schwulen Öffentlichkeit angemessen thematisiert wird.

Prof. Dr. Martin Dannecker, Institut für Sexualwissenschaften Frankfurt/M.


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Von dem Anlegen von Strichlisten hin zu der Durchführung einer soliden empirischen Befragung ist es ein langer mühsamer Weg. Ich gratuliere MANEO zu diesem Erfolg und hoffe auf eine breite Beteiligung. Genaue Kenntnisse über einen Kriminalitätsbereich zu gewinnen, der in offiziellen Statistiken nicht auftaucht oder - wenn doch - in seinem schwulenfeindlichen Hintergrund unsichtbar bleibt, ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Hilfen für die Opfer dieser Straftaten. Solche Erkenntnisse können aber auch dazu beitragen, dass schwulenfeindliche Viktimisierung zu einem öffentlichen Thema wird und den belastenden „Beigeschmack“ individuellen Schicksals verliert.

Prof. Dr. Claudius Ohder, Kriminologe, FH für Verwaltung und Rechtspflege Berlin.

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Aufruf zur Teilnahme an der MANEO-Umfrage !

MANEO ruft zur Teilnahme auf!

Die im April unter regem Interesse der Öffentlichkeit gelaunchte MANEO-Toleranzkampagne geht in die nächste Runde:

Am 1. Dezember 2006 startet MANEO eine große Online-Umfrage zu Gewalterfahrungen von Schwulen. Die MANEO-Toleranzkampagne wirbt für mehr Sensibilität gegenüber schwulen-feindlicher Gewalt.

Dauer der Studie: 2 Monate
Zeitraum: 1. Dezember 2006 bis 31. Januar 2007

Erstmalig in der Bundesrepublik werden mit der breit angelegten anonymen Studie empirische Daten zu Gewalt- erfahrungen von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern erhoben.

Ziel des circa 20-minütigen Online- Fragebogens ist, durch individuelle Einschätzungen der Teilnehmer ein detailliertes Bild der momentanen Situation von Schwulen und Bisexuelle zu erhalten.

Nach wie vor ist die Dunkelziffer bei antischwulen Delikten enorm; viele werden nicht zur Anzeige gebracht, vieles wird bagatellisiert. Aus langjähriger Erfahrung weiß MANEO: Was Gewalttaten sind, wird oftmals unterschiedlich interpretiert. Anspucken, Schubsen oder „Schwule Sau“-Rufe – Gewalt hat viele Gesichter, tatsächlich körperliche Gewalt stellt dabei oft nur die Spitze des Eisberges dar.

MANEO ruft dazu auf, dass sich viele an der Umfrage beteiligen!

Zur Teilnahme an der Umfrage aufgerufen sind jedoch nicht nur unmittelbar Betroffene oder Zeugen von Vorfällen. Bereits die Einschätzung des eigenen Risikos, heutzutage Opfer einer schwulenfeindlichen Gewalttat werden zu können, ist von Interesse. Von großem Interesse sein dürfte außerdem, warum nach wie vor viele Schwule eine Anzeige bei der Polizei scheuen.

Die in ihrer Größe einmalige Studie soll dem Berliner Anti-Gewaltprojekt MANEO ermöglichen, erstmals verlässliche Aussagen über den Graubereich antischwuler Gewalt zu treffen.„Wir empfehlen uns als ein Projekt das bemüht ist, weitere wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet voranzubringen“, so der Projektleiter und Soziologe Bastian Finke.


An der Ausarbeitung der Umfrage, die Ende 2008 wiederholt werden soll, waren bereits renommierte Fachkollegen beteiligt wie:
- Dr. Michael Bochow (Soziologe), bekannt durch Untersuchungen zu Einstellungen von schwulen Männern zu HIV und AIDS im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA),
- Dr. Bodo Lippl (Soziologe), Dozent am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin,
- Dr. Martina Stallmann (Soziologin), Dozentin für Methodenlehre an der Evangelischen Fachhochschule Berlin,
und Bastian Finke (Soziologe), MANEO-Projektleiter.


Vom 1. Dezember 2006 bis 31. Januar 2007 wird ein online-Fragebogen hier auf der Website www.maneo-toleranzkampagne.de ausfüllbar sein.

Ab 1. Dezember werden ausserdem etwa 120.000 Fragebögen als Beilagen über einschlägige Berliner Printmedien in den schwulen Szenen verteilt.

Diese können handschriftlich ausgefüllt anonym bei MANEO abgegeben oder per Post an MANEON abgeschickt werden:
MANEO | Umfrage, c/o Mann-O-Meter, Bülowstraße 106, 10783 Berlin.


Interviewanfragen:
Bastian Finke, MANEO-Projektleitung
Tel.: 030/ 217 532 13
Mail: maneo@maneo.de


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DKLB Maneo