3. MANEO Kuss-Marathon protect every kiss

Internationaler Tag gegen Homophobie 17. Mai 2009:

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie am 17. Mai 2009 veranstaltet MANEO den 3. MANEO Kuss-Marathon. Die Aktion findet in diesem Jahr am Berliner Homomahnmal im Tiergarten statt.

Weltweit wird der 17. Mai als Internationaler Tag gegen Homophobie gefeiert wird, nachdem an diesem Tag im Jahre 1990 die Generalversammlung der WHO längst Überfälliges beschloss: Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

„Nach den wiederholen Anschlägen auf das Homomahnmal im Tiergarten wollen wir an diesem Ort ein sichtbares Zeichen gegen anhaltende Ausgrenzung und Hassgewalt gegen Homosexuelle setzen,“ so MANEO-Projektleiter Bastian Finke. „Schwule und Lesben, die sich in der Öffentlichkeit küssen, sind immer wieder Zielscheibe von Beleidigung, Bedrohung und körperlichen Angriffen. Dies wollen wir nicht akzeptieren. Der Kuss drückt Liebe und Zuneigung aus. Wir rufen dazu auf, den Kuss zu schützen. Denn Toleranz ist unsere Zukunft.“

Mit dem 3. MANEO Kuss-Marathon sucht MANEO – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – gezielt Orte auf, die „kein leichtes Pflaster“ für sich offen zeigende Schwule und Lesben darstellen. Mit einem Kuss zeigen die Teilnehmenden Präsenz und setzen ein Zeichen. Zu der Veranstaltung sind sowohl Homosexuelle wie auch Heterosexuielle eingeladen.

Jährlich mobilisiert MANEO rund um den 17. Mai mit zahlreichen Aktionen gegen Homophobie und Hassgewalt.




protect every kiss – Berlin küsst mit.

Wann: 17. Mai 2009, 12:00 Uhr
Wo: Am „Homomahnmal“,

in Berlin-Tiergarten (Ebertstraße, gegenüber dem Holocaust-Mahnmal, 3 Min. vom U-/S-Bahnhof Potsdamer Platz)

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2. MANEO-Kussmarathon protect every kiss: Berlin küsste für mehr Toleranz

Berlin, den 17.05.2008

Homo- und heterosexuelle Paare setzten am Internationalen Tag gegen Homophobie – 17. Mai – mit demonstrativem Küssen ein Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt


Unter dem Motto "protect every kiss" hatte das Berliner Anti-Gewalt- Projekt MANEO für den Nachmittag des 17. Mai im Rahmen seiner Aktionstage 2008 zum 2. MANEO- Kussmarathon aufgerufen. An Orten, die als „kein leichtes Pflaster“ für offen Homosexuelle bekannt sind, setzen homo- und heterosexuelle Paare gemeinsam ein Zeichen, um auf die anhaltende Diskriminierung und vorurteilsmotivierte Hassgewalt aufmerksam zu machen. Unterstützt wurde die Aktion u.a. von der Schwesternschaft der Perpetuellen Indulgenz e.V., dem LSVD Berlin-Brandenburg, SchwuSos – Lesben und Schwule in der SPD, Queer Grün und den Lesben und Schwulen in der Union (LSU).


Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich unter großem Medieninteresse um 15 Uhr am belebten S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg vor einem Einkaufszentrum.

Die Kuss-Aktion stieß auf unterschiedlichste Reaktionen seitens der Passanten – neben zustimmenden und die Aktion begrüßenden Stimmen waren auch ablehnende, nicht zuletzt unverhohlen homophobe zu vernehmen. Dies jedoch bestärkte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur in ihrem Anliegen. „Wir akzeptieren keine No-Show-Areas. Jeder Kuss zählt, jeder Kuss ist schützenswert“, erklärte MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

An der zweiten Station um 17 Uhr vor dem Rathaus Neukölln traf die Aktion erneut auf regen Zuspruch; rund 80 Küssende versammelten sich auf dem Rathausvorplatz an der Hauptgeschäftsstraße des Bezirks, der in der Vergangenheit wiederholt mit sogenannten „Problemkiezen“ für Schlagzeilen sorgte.

Auch hier sorgte der Kussmarathon bei den Passanten für einige Irritation. Finke: „Wir wollen, dass es als Selbstverständlichkeit angesehen wird – und zwar überall –, wenn schwule oder lesbische Paare auf offener Straße Hand in Hand gehen oder sich einen Kuss geben. Es gilt, vorurteilsmotivierter Gewalt das Wasser abzugraben.“

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Videos vom 2. MANEO-Kussmarathon auf YouTube:

Bastian Finke (MANEO-Projektleiter)

Christoph und Sascha

Schwester Andrea (Schwesternschaft der Perpetuellen Indulgenz e.V.)



Küssen für ein tolerantes Berlin – 1. MANEO Kuss-Marathon am Internationalen Tag gegen Homophobie 17. Mai

Unter dem Motto „protect every kiss“ zog der MANEO Kuss-Marathon am Internationalen Tag gegen Homophobie (17. Mai) quer durch das Berliner Stadtgebiet.

In acht Bezirken wurden verschiedene Orte, die als „kein leichtes Pflaster“ für offen auftretende Schwule und Lesben bekannt sind, zum Schauplatz eines jeweils etwa 15-minütigen demonstrativen Kiss-Ins. Zahlreiche überraschte Schaulistige säumten die ungewohnten Szenerien, als die insgesamt rund 50 Teilnehmenden in innigen Umarmungen mit ihren PartnerInnen versanken – und einander auf offener Straße, am hellerlichten Tag küssten.

Was zunächst banal anmuten mag, sollte es doch gemeinhin „keine große Sache“ sein, erregt die Gemüter: Auch aus 17-jähriger Erfahrung weiß MANEO, dass Homosexuelle immer wieder schief angeguckt oder beschimpft, bedroht und nicht selten sogar Opfer von körperlicher Gewalt werden – auch heute noch. So stieß die Aktion, die zudem auf den bier- und krawallseligen „Herrentag“ fiel, vielerorts auf unverhohlene Ablehnung; die Reaktionen reichten von „Igitt, scheiß Schwuchteln!“ bis
hin zu „Verpisst euch!“.

Die Stoßtrupps der Demonstration wurden zeitweilig von bis zu einem Dutzend Polizeibeamten begleitet. Doch es waren auch positive Stimmen zu vernehmen, z.B. „Soll doch jeder machen was er will!“ oder sogar „Find ich gut, dass diese Jungs und Mädels auch hier Flagge zeigen!“ Das queere Berliner Stadtmagazin Siegessäule, das der MANEO-Aktion prompt eine Titelstory widmete, würdigte den Kuss-Marathon als „dezentralen Mini-CSD“: „Allein für die Umsetzung dieser Idee hätte MANEO den Zivilcourage-Preis des CSD verdient.“

Der Startschuss fiel im äußersten Südosten Berlins.
Ein Protokoll.


Rathaus Köpenick, 12:30 Uhr, strahlend blauer Himmel. Im historischen Ortskern sammelt sich ein gutes Dutzend bestens gelaunter Gays, Lesbians and Friends.

Gruppenfoto mit dem „Hauptmann von Köpenick“, dessen Statue das Eingangsportal des Rathauses schmückt, in das die NPD bei der letzten BVV-Wahl mit drei Sitzen einzog. Vom Hafen schallt das sexistische Gegröle einer Herrentagsdampferfahrt, einige Passanten gucken irritiert – nicht wegen der Prollgesänge, sondern wegen der Kuss-Demo, die von zwei vollbesetzten Mannschaftswagen der örtlichen Polizei vorsorglich begleiteten wird.

Einander küssende Homosexuelle scheint man hier nicht oft zu sehen, schon gar nicht „im Rudel“. Das von der SPD-Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler vorab übermittelte Grußwort wird nicht verlesen: Zwar betont sie die nach wie vor aktuelle Notwendigkeit fortwährenden Einstehens für Toleranz und wünscht dem Kuss- Marathon „einen guten Weg, in jeder Hinsicht“, doch den Begriff „Homophobie“ scheint sie oder ihre PR-Abteilung noch niemals nachgeschlagen zu haben: „Homophobie bleibt anrüchig“, bedauert sie. Gemeint war wohl Homosexualität. Wer bislang geglaubt hat, es bedürfe keiner weiteren Aufklärungsarbeit, wird spätestens jetzt eines besseren belehrt. Mit Autos, Minivans und ÖPNV geht’s zur nächsten Station.

Hermannplatz, Neukölln, 13:40 Uhr. Mittlerweile frischt der Wind auf, doch zum ersten Dutzend KüsserInnen gesellen sich weitere Unerschrockene. Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, Stefanie Vogelsang (CDU), trotzt im sommerlichen Blazer dem kühlen Wetter und begrüßt die Teilnehmenden des Kuss-Marathons aufs Herzlichste.

Im Blitzlichtgewitter der Fotografen küssen sich die Paare, lange, mit Zunge. Im Hintergrund dominiert Berlins größte Karstadt-Filiale das außergewöhnlich Geschehen auf dem vom Straßenverkehr umringten Platz. Passanten halten inne, schauen zu, manche schütteln den Kopf, wenden sich ab. „Sowas“ sieht man hier nicht alle Tage, kennen die meisten bestenfalls von den TV-Übertragungen der schrillbunten CSD-Paraden.

Unermüdlich verteilen MANEO-Projektleiter Bastian Finke und seine fleißigen Helfer Info-Faltblätter und suchen wie schon zuvor in Köpenick das Gespräch mit den hiesigen Kiez-Bewohnern. Inzwischen knutschen rund zwei Dutzend Paare, umringt von anderen Interessierten, die niemanden zum Küssen dabei haben.

Als Singlebörse taugt der Kuss-Marathon jedoch nur bedingt, denn nach einer knappen Viertelstunde heißt es auch schon wieder: „Los, weiter! Nächster Stopp: Kottbusser Tor, in 10 Minuten! Zack, zack!“ Die Plakate werden eingesammelt, der Tross rückt weiter. Zurück bleiben nur die verdatterten Gesichter der Passanten – und die Hoffnung, in ihren Köpfen etwas bewirkt zu haben.


Kottbusser Tor, Kreuzberg
, 14:10 Uhr. Locker geselliger Aufmarsch der MANEO-Kuss-Truppe vor Dönerbuden und Daddelhöllen. Hier, in „Klein Istanbul“, wie die Straßenzüge rund um die Hochbahnstation auch genannt werden, kennt man zwar den alternativen Kreuzberger CSD, und in den umliegenden Kiezen fühlen sich auch Schwule wohl.

Doch dominierend sind heranwachsende Möchtegernmachos, die mit ihrem Verständnis von Männlichkeit nicht hinterm Berg halten. So dauert es nicht lange, bis aus einem an einer roten Ampel wartenden Wagen „Ey, guck mal, Schwule!“ tönt.

Unbeeindruckt küssen die Teilnehmenden weiter, sogar ein Hetero-Pärchen macht spontan mit. Ein älterer Herr mit leichter Alkoholfahne, der offenbar regelmäßig an diesem Platz verkehrt, lässt sich bereitwillig einen „portect every kiss“-Aufkleber ans Revers heften und torkelt glücklich in den nächstgelegenen Imbiss, wo er das Schmuckstück stolz seinen Kumpels präsentiert. Derweil fordert ein Fotograf die Küssenden auf, sich „ins Zeug zu legen“. Das Foto ist tags darauf in der Berliner Boulevardzeitung B.Z. unter der Headline „Küsse des Tages“ zu bewundern.


Landsberger Allee, Pankow, 15:00 Uhr, vor dem Velodrom. Von stürmischen Böen und Platzregen in die Eingangshalle des S-Bahnhofes getrieben, harren die Teilnehmenden der Dinge. Die wenigen Passanten, die sich trotz des Feiertages hierher verirrt haben, sind in Eile, die nächste S-Bahn zu erwischen.

Als der Himmel aufklart, posiert die Kuss-Truppe noch auf den Stufen des Velodroms, links die Minipizza, rechts die Cola. Aufgegessen wird während der Fahrt, die Zeit drängt...

Gesundbrunnen, Wedding, 15:30 Uhr. Auf dem Bahnhofsvorplatz des nördlichen Stadt- und Regionalbahnknotenpunkts herrscht feiertagsbedingt wenig Betrieb, doch Zeit für eine Verschnaufpause bleibt keine.

Unermüdlich werden Flyer verteilt und Leute dabei offensiv angesprochen: „Wissen Sie schon? Heute ist Internationaler Tag gegen Homophobie...“ – „Ach, wat issn dat?“ Und schon war man ins Gespräch vertieft. Der Bezirksbürgermeister, Dr. Christian Hanke (SPD), hatte sein persönliches Erscheinen bereits angekündigt, als er zu seinem aufrichtigen Bedauern vor zwei Tagen jedoch aus dringenden terminlichen Gründen absagen musste.

Ohne Umschweife ließ er ein Grußwort übermitteln, in dem er seine volle Unterstützung dafür zum Ausdruck brachte, „in der Öffentlichkeit für Toleranz zu werben und Diskriminierung nachdrücklich anzuklagen.

Ein Kuss ist dabei ein wunderbarer Ausdruck der freundschaftlichen oder sogar liebevollen Verbundenheit von Menschen. Diesen zu schützen ist zugleich Zeichen einer menschlichen und gleichberechtigten Gesellschaft. Protect every kiss!“


Kurt-Schumacher-Platz, Reinickendorf
, 16:00 Uhr. Ein wenig scheint der Schlachtruf des Kuss-Marathons im Getöse der den Flughafen Tegel im Minutentakt ansteuernden Maschinen unterzugehen.

Doch was die Anwohner nicht schreckt, hält auch den MANEO-Tross nicht davon ab, mit Passanten und Polizei ins Gespräch zu kommen. Die an der Bushaltestelle ausgespuckten Fahrgäste trauen schier ihren Augen nicht, aber nehmen die angebotenen Info-Faltblätter gern mit.

Mittlerweile ist die Teilnehmendengruppe auf rund ein Dutzend zurück geschrumpft; Ortsansässige sind keine erschienen, ebenso wenig wie die CDU-Bezirks- bürgermeisterin Marlies Wanjura, die im Vorfeld selbst einem Grußwort eine klare Absage erteilt hatte.

Damit bleibt sie auf Linie: Reinickendorf bleibt in Berlin der einzige Bezirk, der sich auch in diesem Jahr wieder geweigert hat, anlässlich des CSDs die Regenbogenfahne am Rathaus zu hissen.


Rathaus Spandau, 16:30 Uhr. Die letzten Hartnäckigen verschlägt es an den Stadtrand, nach Spandau. Auf dem Rathausvorplatz wird für ein Foto posiert, noch einmal küssen, die Lippen sind mittlerweile spröde. Der Ruf nach Labello wird laut, doch man schlägt sich wacker. Angesichts der Szenerie verbiegt ein in knapp 20 Metern Entfernung vorbeifahrender Radfahrer den Kopf und kippt fast um.

Nollendorfplatz, Schöneberg, 17:30 Uhr. Zum Finale powern die Marathon- Teilnehmenden noch einmal richtig durch. Ein letztes Foto vor dem Mahnmal für die im Dritten Reich ermordeten Homosexuellen, dann ist Schluss.

Müde, aber glücklich, etwas im Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt bewirkt zu haben, trollen sich die Küsser und Küsserinnen ins nahe gelegene Mann-O-Meter- Café, wo MANEO direkt im Anschluss an den Kuss-Marathon seine Ausstellung „Zeugnisse homophober Gewalt“ mit einer Vernissage eröffnet. Und bereits jetzt herzlich zum nächsten MANEO Kuss-Marathon in 2008 einlädt.

Vorschläge für Stationen des 2. MANEO Kuss-Marathons am 17. Mai 2008 nimmt MANEO gern entgegen: maneo[at]maneo.de.



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Vor dem alten Rathaus in Berlin-Köpenick. Auch der Hauptmann von Köpenick erhält von Teilnehmern des MANEO-Kussmarathons einen dicken Kuss.
Foto © M.Mannhöfer…

Vor dem alten Rathaus in Berlin-Köpenick. Auch der Hauptmann von Köpenick erhält von Teilnehmern des MANEO-Kussmarathons einen dicken Kuss. Foto © M.Mannhöfer

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17. MAI 2007 „PROTECT EVERY KISS“-MARATHON BERLIN

17. Mai 2007: „Internationaler Tag gegen Homophobie“
MANEO Kuss-Marathon in Berlin - Protect every kiss. Küss mit!


Der 17. Mai steht vor der Tür: ein Datum, das weltweit als „Internationaler Tag gegen Homophobie“ gefeiert wird, nachdem an diesem Tag im Jahre 1990 die Generalversammlung der WHO längst Überfälliges beschloss: Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

Doch aus vielen Köpfen ist “Schwulenhass” deswegen noch lange nicht gestrichen; nach wie vor werden Homosexuelle, insbesondere schwule Jugendliche und Männer, als “krank” verschmäht. „Schwule Sau!“, schallt es auch von unzähligen Schulhöfen: Was klingt wie der Sound von vorgestern, ist bittere Gegenwart. Nicht selten kriegen schwule Jugendliche oder erwachsene Männer „was auf die Fresse“, wenn sie einander küssen oder Hand in Hand auf der Straße gehen – auch in Deutschland, auch in Berlin.

Das darf nicht sein! Daher gehen wir hinaus auf die Straße und demonstrieren:
Jeder Kuss zählt, jeder Kuss ist schützenswert!
Stell Dich gegen Intoleranz und zeig Gesicht – küss mit !
Ein Kuss, ein Zeichen – gegen Homophobie und Hassgewalt!


Unter dem Motto „protect every kiss“ startet MANEO am 17. Mai 2007 um 12:30 Uhr einen Kuss-Marathon quer durch das Berliner Stadtgebiet.

WARUM? Einander auf offener Straße küssende Männer werden immer wieder schief angeguckt, beschimpft, bedroht und nicht selten sogar körperlich angegriffen. Das darf nicht sein! Daher gehen wir auf die Straße und demonstrieren: Jeder Kuss zählt, jeder Kuss ist schützenswert – auch deiner!

WO UND WANN?
Folgende Orte werden am 17. Mai zur „MANEO-Knutschzone“ erklärt:

• Start vor dem alten Köpenicker Rathaus Köpenick | 12:30 Uhr
• Hermannplatz Neukölln | 13:40 Uhr
• Kottbusser Tor Kreuzberg | 14:10 Uhr
• Landsberger Allee, vor dem Velodrom Lichtenberg | 15:00 Uhr
• S-Bahnhof Gesundbrunnen Wedding | 15:30 Uhr
• Kurt-Schumacher Platz Reinickendorf | 16:00 Uhr
• Spandauer Rathaus Spandau | 16:30 Uhr
• Nollendorfplatz Schöneberg | 17:30 Uhr, anschließend
18:00 Uhr Ausstellungseröffnung:
„Opfer homophober Gewalt“ im Mann-O-Meter (Nollendorfplatz)


WER? Schwule und Lesben, Männer und Frauen, Freunde und Bekannte, Heteros und Homos – alle sind eingeladen, weil jeder Kuss zählt!
Nicht vergessen: bring Deinen Kusspartner mit!

Du bist am 17. Mai nicht an den bekannt gegebenen Orten und möchtest trotzdem mitmachen? Kein Problem! Egal wo Du bist, mach ein Foto von Deinem Kuss und schick das Bild per Post oder per E-Mail an MANEO – wir stellen Dein Bild online auf unsere Website!


Informationen auch unter www.tag-gegen-homophobie.de und www.maneo.de
oder MANEO-Telefon 030/ 216 33 36


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MANEO-Aktionstag am Internationalen Tag gegen Homophobie

Berlin, den 17.05.2006

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie am 17. Mai ruft MANEO, Berlins schwules Anti-Gewalt-Projekt dazu auf, nicht über Fälle von Gewalt und Diskriminierung gegen Schwule hinwegzusehen, sondern diese öffentlich zu machen: Es handelt sich hierbei nicht um Bagatellen, sondern um eklatante Menschenrechtsverletzungen.

Der 17. Mai gilt seit 1990 als Internationaler Tag gegen Homophobie: an diesem Tag vor nunmehr rund sechszehn Jahren, beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Auf Initiative des Franzosen Louis-Georges Tin nahm International Lesbian an Gay Association (ILGA), der Weltdachverband lesbischer und schwuler Organisationen, diesen historischen Moment zum Anlass, einen Aktionstag zu etablieren.

Weltweit wird seitdem am 17. Mai mit Hilfe von Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen auf nach wie vor bestehende Homophobie, Diskriminierung und Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender aufmerksam gemacht: Insbesondere im Falle von Ländern, in denen Homosexualität als Straftat verfolgt wird oder gar mit dem Tode bestraft wird.

Das Europäische Parlament hat in einem Entschluss vom 18.01.2006 betont, dass Diskriminierung wegen einer sexuellen Ausrichtung auf das Schärfste verurteilt wird. Alle Mitgliedsstaaten sind aufgefordert sicher zu stellen, dass homosexuelle Männer und Frauen vor Hetze und Gewalt geschützt werden, dass der Kampf gegen Homophobie durch Bildungsmaßnahmen verstärkt und Fälle von Diskriminierung und Gewalt erfasst werden.

Auch das jüngste Beispiel antischwuler Gewalt lässt aufhorchen:
Mitte April wurden an einem frühen Sonntag Morgen zwei schwule Männer von einer Gruppe junger Männer (südländischer Herkunft) in einer Berliner S-Bahn angegriffen. Mit den Worten „Wir hassen Schwule“ und „Schwule sind der letzte Dreck“ wurden die beiden Männer bespuckt, geschlagen und ins Gesicht getreten. Beide trugen schwere Hämatomem und Prellungen davon, einer sogar eine Nasenbeinfraktur. Die jugendlichen Täter filmten die Tat zudem mit einer Videokamera.

„Das ist der schlimme Angriff von den Tätern auch noch gefilmt wurde, erschüttert uns.“ sagt Bastina Finke, MANEO-Projektleiter, und lobte zugleich das beherzte Engagement der Mitreisenden, die sich spontan als Zeugen zur Verfügung stellten – deren Fehlen vereitelt zumeist die strafrechtlichen Ermittlungen.

Seit 16 Jahren besteht das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO von Mann-O-Meter e.V. MANEO ist das erfahrendste und bedeutendste schwule Anti-Gewalt-Projekt in Deutschland. Das Projekt berät jährlich über 300 Betroffene von Gewalt, erfasst Gewalttaten zum Nachteil von Schwulen und leistet gewaltpräventive Öffentlichkeitsarbeit. Mit dieser Arbeit wirkt MANEO tief in die Gesellschaft hinein und verdeutlicht, dass es nach wie vor eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist, emanzipatorische Aufklärungsarbeit zu leisten, um Homophobie zu überwinden.

2004 hat MANEO mit der „KPH – Kampania Przeciw Homofobii“ (Kampagne gegen Homophobie) und der „Stiftung für Gleichberechtigung“ (Fundacja Rowonosci) in Polen und 2005 mit der „SOS-Homophobie“ in Frankreich offiziell eine Partnerschaft durch Unterzeichnung der „Tolerancja-Erklärung“ geschlossen.

Im Vorfeld zum heutigen Tag organisierte MANEOerstmalig eine deutsch-französisch-polnische Fachtagung zum Thema Homophobie, die am 07.05.06 im Rathaus Schöneberg stattfand. Dort wurde auch zum ersten Mal in Berlin der Tolerancja-Preis an drei Persönlichkeiten aus Frankreich, Polen und Deutschland verliehen. Der Tolerancja-Preis wird von MANEO, dem französische Verein SOS- Homophobie sowie von der polnischen Organisationen Stiftung für Gleichberechtigung, Lambda und KPH verliehen und würdigt Persönlichkeiten für Ihre Arbeit und dessen Engagement im Kampf gegen Homophobie. Die diesjährigen Preisträger waren die grünen Politiker Volker Beck und Günther Dworek, der Franzose und Gründer des Internationalen Tages gegen Homophobie, Louis-Georges Tin sowie der polnische Senator Kazimierz Kutz.

In einer großangelegten Plakataktion macht MANEO in Berlin und bundesweit auf den heutigen Tag aufmerksam.


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© Foto MANEO. Nach der Verleihung des Tolerantia-Preises am 7. Mai 2006, im Quatsch-Comedy-Club (v.l.n.r): Flannan Obé (Vorsitzender SOS-Homophobie), George Lois Tin (Begründer des Intern. Tag gegen Homophobie), Bastian Finke (MANEO-Projektleiter), Günter Dworek (Referent von Volker Beck/Die Grünen), Tomasz Backowski (Vorsitzender Stiftung für Gleichberechtigung)…

© Foto MANEO. Nach der Verleihung des Tolerantia-Preises am 7. Mai 2006, im Quatsch-Comedy-Club (v.l.n.r): Flannan Obé (Vorsitzender SOS-Homophobie), George Lois Tin (Begründer des Intern. Tag gegen Homophobie), Bastian Finke (MANEO-Projektleiter), Günter Dworek (Referent von Volker Beck/Die Grünen), Tomasz Backowski (Vorsitzender Stiftung für Gleichberechtigung)

DKLB Maneo